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Ulmer Laufnacht 2011, der erste 100er…


Nachdem der Rennsteiglauf 2011 nach wenigen Tagen muskuläre weggesteckt war, entschloss ich mich, die bereits vorhandenen Trainingskilometer dazu zu nutzen, 6 Wochen später die 100km im Rahmen der Ulmer Laufnacht anzupeilen. Peter liebäugelte zunächst auch damit, musste allerdings wegen eines Muskelfaserrisses schließlich seine Pläne aufgeben, bot im Gegenzug „leichtsinnigerweise“ an, mich als Begleitradler in der Nacht zu unterstützen.

Das weitere Training ließ sich ganz gut an, lediglich ein Infekt in der Woche vor dem Lauf stellte das Vorhaben kurzfristig nochmals in Frage. Da der Infekt gegen Wochenende nun abgeklungen war, konnte es losgehen – Peter stand zu seinem zuvor gemachten Versprechen, mich zu begleiten, ließ dafür sogar eine Geburtstagssause fahren.

Um 21.30 Uhr checkten wir in der Sporthalle in Blaustein ein, ich gönnte mir noch einen Teller voller Spätzle mit Sauce, anschließend Überprüfung, ob alles Wichtige an Bord von Peters Fahrrad war und dann musste Peter schon mit dem Tross der anderen Begleitradler los, um uns dann bei km 11 zu empfangen. Der Start selbst war beeindruckend mit Ballonglühen und großem Feuerwerk, pünktlich zum Start hatte es gleichzeitig zu nieseln begonnen, Wetterprognose für die Nacht ansonsten gut, 8-10°C Außentemperatur.

Die ersten Anstiege im Ulmer Umland hatten wir schon in den Beinen, als wir auf die Begleitradler trafen, wie vereinbart wartete Peter am Ende der Schlange, so dass wir uns gleich wiederfanden. Nun konnte es also gemeinsam weitergehen, den Weg mit Fahrradlampe sowie 2 Stirnlampen ausleuchtend. Gut profiliert das Gelände mit häufig wechselndem Untergrund von Asphalt bis Wiesenweg ging es dahin, beeindruckend immer wieder beim Zurückblicken die auf und ab wippenden „Glühwürmchen“ der nachfolgenden Läufer.

Peter wurde es nun doch zunehmend kalt, er musste eine Schicht nach der anderen überziehen, für einen Fahrradfahrer waren die durchschnittlichen 11 km/h augenscheinlich nicht als Wohlfühltempo zu sehen. Gleichzeitig erwies er sich als hilfreicher Geist in der kulinarischen Versorgung unterwegs und half dabei, mich selbst im Tempo immer wieder zu zügeln und nicht an irgendwelche „Schnittchen“ aus den zahlreichen Staffeln unterwegs zu hängen.

Die Organisation des Laufs zeigte sich als vorbildlich, mitten in der Nacht zahlreiche Helfer an Straßenübergängen und Verpflegungsstellen, außerdem bis tief in die Nacht einzelne Nachtschwärmer, z.T. in Decken gehüllt, die uns anfeuerten.

Bis km 50 im Donaustadion Ulm lagen wir gut im Schnitt, eine Zielzeit um 9 Stunden schien sogar möglich. Nach 5 Stunden Laufzeit um 4 Uhr morgens begann es schon zu dämmern, bei Tagesanbruch machte sich nun doch allmählich die Erschöpfung einer durchwachten und vor allem durchlaufenen Nacht bemerkbar. Ab km 65 wurde es nun zunehmend härter – einzelne giftige Anstiege zogen mir den einen oder anderen Zahn, ich musste Tempo rausnehmen, nun nach den Verpflegungsstellen auch immer wieder Gehpausen einlegen, um die zugeführte Nahrung drinzubehalten. Hier bekam nun Peters mentale Unterstützung zunehmend Gewicht, er konnte mich motivieren, nicht zu resignieren und die restlichen 30km nur noch zu gehen, sondern immer wieder in einen Laufrhythmus zu kommen, der nun zwar deutlich langsamer als auf den ersten 50km war, aber ein gleichmäßiges Vorankommen sicherte. Auch konnte er mich schließlich dazu anspornen, die 9:30 Stunden zu unterbieten und hierfür auf den letzten 2 km die verbleibenden einzelnen Körner zusammenzukratzen.

Schließlich war ich bei 9:28:25 im Ziel, total erschöpft, glücklich über die erreichte Platzierung als Erster meiner Altersklasse und Gesamtsiebter, meinem Begleitradler Peter unendlich dankbar für die geleistete Unterstützung, ohne die das Ganze nicht möglich gewesen wäre. Dank Dir Peter für die gemeinsam durchwachte Nacht!

Martin



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